Election Game - Amerikas Wahlsystem in der Krise

43 min, Regie Jan M. Schäfer, Montage Lucian Busse, Produktion Nordend Film, ZDFinfo 2020

 

Donald Trump ist nicht die Ursache für die Krise; er ist ein Symptom. Schon lange haben die Bürger der USA das Vertrauen in die Politik verloren, das Land ist gespalten. Deutlich wird die Misere beim Blick auf das Wahlsystem:

Der Film “Election Game” zeigt, dass es im “Land of the Free” an freien und fairen Wahlen hapert. Wähler werden ausgeschlossen, Wahlkreise manipuliert – und Wahlkampfspenden fließen ohne Limit. “Wir müssen das Wählen einfacher machen – nicht schwieriger!”, mahnte Barack Obama in seiner letzten Rede als Präsident zur Lage der Nation. Das Wahlsystem funktioniere nicht mehr richtig, es müsse repariert werden. Doch das ist nicht geschehen. Im Gegenteil. Der Ausschluss von Wählern zum Beispiel schreitet voran. In zahlreichen US-Bundesstaaten wurden in den vergangenen Jahren neue bürokratische Hürden aufgebaut, die es vielen Wählern schwerer machen, ihre Stimmen abzugeben.

Wähler werden aus Wahlregistern gestrichen. Wahllokale werden geschlossen. Und die Briefwahl – die gerade jetzt während der Corona-Pandemie viele Menschen nutzen wollen – wird erschwert. All das begründen die Verantwortlichen – allen voran Donald Trump – mit angeblich drohendem Wahlbetrug. Dahinter stecke aber in Wirklichkeit eine Strategie der Republikaner, sagt Politikwissenschaftler Daniel Ziblatt, der in Harvard lehrt.

Seit der Supreme Court 2013 den Schutz des Wahlrechts gelockert habe, gebe es vor allem in von Republikanern regierten Bundesstaaten Bemühungen, die Wahlbeteiligung strategisch zu verringern: “Insbesondere unter armen und nicht-weißen Wählern, die dazu neigen, für die Demokraten zu stimmen.”

Eine komplexere Methode der Wahl-Verzerrung ist die Ziehung von Wahlkreisgrenzen, die den Bundesstaatsregierungen obliegt. Sie kann mithilfe von Datenmodellierung strategisch so bewerkstelligt werden, dass die Partei, die nicht an der Macht ist, bei den folgenden Wahlen extrem benachteiligt wird. Im Film spricht einer der verantwortlichen Republikaner, Chris Jankowski, ausführlich über seine Strategie. Er findet sie legitim: Man habe es mit völlig legalen Mitteln geschafft, seiner Partei einen Vorteil zu verschaffen.

Wie kann es sein, dass in den USA mehrfach nicht der Kandidat Präsident wurde, der die meisten Wählerstimmen bekommen hat? Und wie kam es, dass der Supreme Court Großspendern unbegrenzte Wahlkampfspenden ohne jegliche Transparenz erlaubt hat? Der Film zeigt deutlich: In den USA wird mit harten Mitteln um die Macht gekämpft. Republikaner und Demokraten haben keinen Konsens darüber, was für das Land gut ist. Welchen Ausweg kann es aus diesem Dilemma geben? 

Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt: Das Jahr 2000

90 min, 13.06.2020 RBB Erstsendung

 

Berlin startet als Regierungssitz ins neue Jahrtausend und Staatsgäste, wie Bill Clinton und Wladimir Putin, geben sich die Klinke in die Hand. Angela Merkel wird neue CDU-Vorsitzende und ein Berliner Pilot rettet 148 Menschen das Leben.

NEPAL – SO CLOSE TO HEAVEN

directed by André Hörmann, editing Lucian Busse

Episodes
From Ilam to Kathmandu, 43min
From Manang to Bhim Datta, 43 min

A land of ancient cultures, diverse peoples and religions, and an eventful history between tradition and modernity. A journey to discover Nepal’s natural beauty and the people who live in this remote setting.

Nepal – A land where primeval forests meet mountain deserts, with both tropical regions and icy peaks. One of the poorest countries in the world and yet a magical, mystical place, realm of the gods and a spiritual paradise. A country of ancient cultures, many peoples, multiple religions and an eventful history, caught up between tradition and modernity. We cross the country from east to west on the Mahendra Highway, passing through the world’s highest mountains, the Himalayas. In the first part we start in the east, in the lower Himalayas on the border to India, a scenic hilly landscape where we visit the tea plantations of Ilam. Via Janakpur we continue to Chitwan National Park and finally to Mount Everest and the fertile Kathmandu Valley. The second part takes us from the Hindu pilgrimage site of Muktinath via the original villages of the former Mustang kingdom to Pokhara and Phewa Lake and onward to the spectacular trekking routes in the Annapurna area and to Bardia National Park. Wonders of nature alternate with cultural sites, pilgrimage sites with busy bazaars, Buddhist with Hindu sanctuaries. A journey to discover Nepal’s natural beauty and the people who make their lives in this harsh and remote setting.

 

Production TELEKULT Film- und Medienproduktion for ZDF/ARTE, 2020
Original Title Nepal – Dem Himmel nah (Von Ilam nach Kathmandu / Von Manang nach Bhim Datta) Le Népal – Aux portes du ciel (D’Ilam à Katmandou / De Manang à Bhimdatta)

Exclusiv im Ersten: Staatsgewalt - Wenn Polizisten zu Tätern werden

Regie, Marcus Weller, Schnitt Lucian Busse

30 min, 29.07.2019 ARD Erstsendung

Jedes Jahr gibt es in Deutschland 2.300 Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte wegen gewaltsamer Übergriffe – und die Opfer haben kaum eine Chance auf Aufklärung oder gar Wiedergutmachung. Im Gegenteil: Oft werden sie mit Ermittlungsverfahren überzogen und landen nicht selten selbst auf der Anklagebank.

Die Dokumentation “Staatsgewalt” zeigt aktuelle Fälle und geht der Frage nach, warum Polizeigewalt in Deutschland faktisch straflos bleibt.

Töchter des Karakorum – Expedition in ein neues Leben

Regie, André Hörmann, Schnitt Lucian Busse

26.01.2019 arte

Takht Bika, 23, wohnt in Shimshal, einem kleinen Nest im Norden Pakistans auf einer Höhe von 3100 Metern über dem Meeresspiegel.
Klettergurt, Steigeisen und Eispickel sind die Werkzeuge, die Takht Bika bei ihrer Arbeit bald regelmäßig benötigen wird. Die junge Pakistanerin besucht zusammen mit einigen anderen Frauen aus ihrem Dorf die Shimshal Mountaineering School. Seit vier Jahren stellen hier Musliminnen das traditionelle Rollenbild Pakistans auf den Kopf, weil sie in einem Beruf arbeiten wollen, der bisher nur Männern vorbehalten war.
„Die Karakorum Töchter“ erzählt die Geschichte von starken Frauen.

 

Crowley - Cowboy up!

Directed by André Hörmann, edited by Lucian Busse, filmed by Thomas Bergmann

15 minutes ZDF/KiKa

Festivals DOK Leipzig 2018, Germany –  Aspen Shortfest 2019, USA –  Encounters Bristol 2019, UK – Villa do Conde 2019, Portugal – Palm Springs International Filmfestival 2019, USA –

Crowley is only 14 but almost a real cowboy. Riding, mending fences, shooting and cleaning stables are among his daily chores at the farm. Only one last step is missing to follow in his big brother’s footsteps: participating in a rodeo. Now the motto is “Cowboy up!” and stay on the bull as long as possible.

An der Kriegsfront - Deutsche Mediziner helfen im Irak

Regie, Peter Podjavorsek und Lou Huber-Eustachi, Schnitt Lucian Busse

So 14.01.2018 | 17:30 ARD

Während der IS im Norden Iraks und Syriens immer weiter zurückgedrängt wird, lebt die Zivilbevölkerung in großem Elend. Die Städte und Dörfer sind verwüstet. Es gibt fast keine medizinische Betreuung mehr, die meisten Ärzte sind aus der Region geflohen. Auch große Non-Governmental-Organizations (NGOs) wie “Ärzte ohne Grenzen” sind nicht präsent. Sie arbeiten prinzipiell nicht mit Militär zusammen, auf deren Unterstützung sie in dieser Region angewiesen wären.

Der Berliner Lehrrettungsassistent Sebastian Jünemann wollte nicht länger zuschauen, sondern dazu beitragen, etwas Hoffnung in das von Gott und der Welt verlassene Gebiet zu bringen. Mit einer kleinen Hilfsorganisation rüstete er zwei Allrad-Lkw zu mobilen Krankenhäusern um und verfrachtete sie nach Mossul. Seit Mitte 2017 ist er mit einem wechselnden Team von ehrenamtlichen Medizinern an der Anti-IS-Kriegsfront im Irak im Einsatz. In verlassenen Gebäuden oder Zelten untergebracht, behandeln sie die einheimische Bevölkerung unter schwierigsten Bedingungen.

Wie gehen Sebastian Jünemann und die anderen freiwilligen Helfer um mit dem Leid vor Ort? Und was bedeutet es für sie, mit dem Militär zusammenarbeiten zu müssen? Mit dem Aufflammen von Kämpfen zwischen der irakischen Armee und den Kurden bewegen sie sich plötzlich zwischen verschiedenen Seiten.

Peter Podjavorsek und Lou Huber-Eustachi begleiten Sebastian Jünemann bei einem zweiwöchigen Einsatz im Irak.

Berlin tanzt Samba - der Karneval der Kulturen

Regie, Annette Koziel und Julia Oelkers, Schnitt Lucian Busse Sa 03.06.2017 | 18:32 rbb

Am Pfingstsonntag feiert Berlin seine Vielfalt. Knapp eine Million Zuschauer werden beim 22. Karneval der Kulturen erwartet. Die Reportage begleitet die Akteure bei ihren aufwändigen Vorbereitungen für den großen bunten Umzug. In diesem Jahr sind die Sicherheitsvorkehrungen besonders hoch – eine große Herausforderung.

Little Uckermark – Ein Stück Brandenburg in den USA

Regie Katja Döhne und Tina Handel, Schnitt Lucian Busse
Dokumentation, RBB 2017 45min und 29 min

Mitte des 19. Jahrhunderts verlassen 500 Familien ihre Heimat in der Uckermark und beginnen in den USA ein neues Leben. Wer ihre Nachfahren besucht, spürt die Uckermark bis heute: Dorfnamen, Traditionen und selbst das Plattdeutsch haben sich gehalten. Eine Spurensuche in der “amerikanischen Uckermark” an den Niagara Fällen.

Die Nachfahren kämpfen darum, dass Traditionen bleiben. Jede Woche trifft sich die Plattdeutsch-Gruppe rund um Martha Haseley, um die Sprache ihrer Kindheit nicht zu vergessen.

In einem Museum sammeln die Nachfahren Gegenstände, die die Auswanderer aus ihrer deutschen Heimat mit nach Amerika brachten. Bis heute hat die Gemeinschaft sogar ihre eigene kleine Zeitung namens “Der Brief”, für die John Schultz Geschichten aus den US Uckermärker Familien recherchiert.

Seit einigen Jahren haben beide Seiten geschichtsinteressierte Uckermärker und Amerikaner wieder Kontakt: Wie wird das Erbe weitergegeben? Was heißt Heimat? Und interessiert sich die junge Generation überhaupt noch dafür?

Hoyerswerda '91 - webdoku

Regie Julia Oelkers, Schnitt Lucian Busse u.A.
,
Web Dokumentation Autofokus 2016

Diese Webdokumentation informiert aus vielfältigen Perspektiven über Ursachen, Ablauf und Folgen der tagelangen Angriffe auf Migrantinnen und Migranten im September 1991 in Hoyerswerda (Sachsen).

Die Plattform wurde zum 25. Jahrestag der Geschehnisse am 17. September 2016 gestartet – seitdem erscheinen hier regelmäßig neue Beiträge und Videos zum Thema.

Im Märkischen Sand - webdoku

Eine Webdoku von Katalin Ambrus, Nina Mair und Matthias Neumann, Regie Katalin Ambrus Nina Mair, Schnitt Lucian Busse und Nina Mair

Web-Dokumentation, Autofocus 2016,

Goldene Kamera 2017, Grimme Preis nominiert 2017

Am 23. April 1945 werden 127 italienische Zwangsarbeiter in einer Sandgrube erschossen. Das Massaker wird vergessen. Doch dann kehrt die Erinnerung zurück. Eine filmische Ausgrabung in Treuenbrietzen, Brandenburg.

Die Story im Ersten – Steuerfrei e.V. – Millionengeschäfte mit der Gemeinnützigkeit

Regie Sascha Adamek & Martin Hahn, Schnitt Lucian Busse,
Dokumentation Karawane Film/ WDR (Die Story im Ersten) 2015, 43 min

Elitäre Vereine wie der Berliner Golfclub am Wannsee, knallharte Industrie Lobbygruppen wie die Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik und Kommerzverbände, wie der Deutsche Fußballbund.

Anhand dieser drei brisanten Beispiele schauen die Autoren Sascha Adamek und Martin Hahn hinter die Kulissen angeblicher Gemeinnützigkeit. Wohl selten wurden Journalisten so häufig vor die Tür gesetzt. Besonders beim DFB stießen die Autoren auf eine Mauer des Schweigens über die Frage wohin die im internationalen Fußball Zirkus verdienten Millionen genau fließen.

Die Story im Ersten
Wer viel hat dem wird gegeben –
Deutschlands Steuergeschenke

Regie Sascha Adamek & Martin Hahn, Schnitt Lucian Busse,
Dokumentation, Karawane Film/ WDR (Die Story) 2014, 43 min
Über das eigene Geld zu reden, ist in Deutschland nicht gern gesehen. Den Autoren Sascha Adamek und Martin Hahn gelang es in monatelanger Recherche erstmals, zwei große Konzerne, Headhunter und leitende Angestellte für einen Film über eine neue Art des Geldverdienens zu gewinnen: Arbeitgeber zahlen die Kita-Beiträge, bezuschussen Rentenversicherungen, Fitnessclub-Besuche und Reisen – alles steuerfrei für den Arbeitnehmer.
Der schicke Dienstwagen samt Tankkarte für ganz Europa inklusive privater Nutzung für die ganze Familie ist obendrein extrem steuerbegünstigt, so dass leitende Angestellte bis zu 2000 Euro steuerfrei im Monat „geldwert“ dazu verdienen können, „so viel wie manch ein anderer im Monat verdient“, sagt ein Headhunter.
Dabei geht es um Vorteile, von denen „normale“ Familien nur träumen können. Familie Matzke aus Essen-Kettwig zum Beispiel: Katja Matzke kann ihrem Beruf nur am Samstag nachgehen, solange die kleine Tochter noch keinen Kita-Platz hat. Den Platz zahlt die Familie aus eigener Tasche ebenso wie ihr Auto. Allein für Benzin gibt Ingo Matzke, Leiter einer Betreuungseinrichtung der AWO für schwererziehbare Jugendliche, gut 3600 Euro im Jahr aus. Die Rückerstattung aus der steuerlich absetzbaren Pendlerpauschale beschert ihm davon gerade mal 350 Euro im Jahr zurück.

RBB Reporter – Die ganze Stadt in einem Zug

Regie Katja Döhne & Tina Rohowski, Schnitt Lucian Busse,
Reportage RBB 2013, 27 min

24 Stunden Berliner Ringbahn | rbb Fernsehen

Die Ringbahn in Berlin fährt und fährt und fährt – eine Zugfahrt ohne Endstation. Die Reportage erzählt die Geschichten der Menschen, die mit der Ringbahn oder von der Ringbahn leben. Die einen sind mit ihr unterwegs oder müssen mit ihr unterwegs sein. Manche hassen die Bahn, andere lieben sie, viele brauchen sie. Die rbb Reporter stürzen sich in das Abenteuer Ringbahn – einen ganzen Tag lang.

WDR Die Story - BILD MACHT POLITIK Wie BILD Politik beeinflußt

Regie Christiane Meier, Sascha Adamek, Schnitt Lucian Busse, Dokumentation, WDR (Die Story im Ersten) 2012, 43 min

Millionen Menschen lesen jeden Tag die BILD. Die Boulevard-Zeitung lockt mit einer Mischung von Prominenten-Geschichten, nackten Frauen und der Berichterstattung über Aktuelles aus Politik und Gesellschaft. Die Autoren Christiane Meier und Sascha Adamek fragen in der ARD-Dokumentation ‚Bild.Macht.Politik‘, wie es BILD gelingt, über Jahrzehnte ein beliebter, täglicher Wegbegleiter für Millionen zu bleiben und welchen Einfluss sie auf Politik und Politiker hat.

Die Boulevard-Zeitung und die Polit-Prominenz, das sind oft auch Geschichten großer Nähe und tiefer Zerwürfnisse – vom Aufstieg und Fall des Karl Theodor zu Guttenberg, dem BILD bis heute die Treue hält, bis zur Affäre um Christian Wulff, die BILD aufgedeckt hat. Wie stark hängen politischer und persönlicher Erfolg von der Berichterstattung und der Zusammenarbeit mit den Blattmachern ab?

Selbst Linken-Politiker Gregor Gysi gesteht offen ein, dass er auf BILD als Sprachrohr nicht verzichten kann. Die Doku untersucht die Frage, wie mächtig die Boulevard-Zeitung tatsächlich ist und wie sie hineinwirkt in die Gesellschaft. Bedient sie den Mainstream und ist damit Sprachrohr der schweigenden Mehrheit – oder macht sie in politischen Fragen aktiv Stimmung?

Die Autoren sprechen mit Lesern, Kritikern, Machern und dem Chefredakteur von BILD, Kai Diekmann. Sie untersuchen, womit die Zeitung Auflage macht und Geld verdient, wie sie mit der Privatsphäre von Prominenten und Nicht-Prominenten umgeht und ob es ihr gelungen ist, das Schmuddel-Image langsam hinter sich zu lassen.

WDR Die Story – Hoffen, Bangen, Täuschen
– Der Schwindel mit der Kurzarbeit

Regie: Sascha Adamek & Kim Otto, Schnitt Lucian Busse, Dokumentation, Karawane Film/ WDR (Die Story) 2010, 43 min

Fahnder ermittelten Hunderte Unternehmen, die mit angeblicher Kurzarbeit Milliarden erschwindeln Seit die Finanzkrise auch Deutschlands Wirtschaft zum Stottern bringt, preist die Regierung Kurzarbeit als Wundermittel gegen Arbeitslosigkeit. Eine willkommene Gelegenheit für Unternehmen, die Arbeitskosten zu senken. Hunderte Arbeitgeber meldeten Kurz­arbeit an, lassen ihre Mitarbeiter aber voll weiterarbeiten. Oder sie kassieren Lohnzuschüsse für Angestellte, die krank oder im Urlaub sind. Grimme-Preisträger Kim Otto und Sascha Adamek gingen mit Fahndern der Arbeitsagentur dem Betrug auf den Grund.

Mauerjahre – Leben im geteilten Berlin

Regie Peter Scholl u.a., Schnitt Lucian Busse u.a.
DokuSerie DOKFilm/ NDR/ WDR/ RBB/ ZDF 2011, 15 min pro Folge

Mehr als 50 Jahre nach dem Mauerbau zeichnet die zehnteilige Doku-Reihe die Geschichte der geteilten Stadt zwischen 1961 und 1990 nach. Anhand von Archivbildern und Zeitzeugenberichten werden die wichtigsten Ereignisse des jeweiligen Jahres sowie Alltag und Lebensgefühl im Schatten der Mauer wiedergegeben.

Mit der gewaltsamen Teilung und Abriegelung Berlins am 13. August 1961 wurde die einstige deutsche Reichshauptstadt zur Frontstadt im Kalten Krieg. Die Dokumentationsreihe verbindet große Geschichte mit kleinen Geschichten, Politik und Weltgeschehen in der geteilten Stadt mit dem Alltag seiner Bewohner.

Kein Mauerjahr gleicht dem anderen. 1961 der Schock der Teilung, 1968 die Revolte der Studenten, 1973 die Weltfestspiele der Jugend und viele andere Ereignisse prägen das Leben in Berlin. Im November 1989 „fällt“ die Mauer, weil die DDR-Bürger es friedlich erzwangen. Die Lage in Berlin ist über Jahrzehnte nicht nur von nationalem, sondern auch von internationalem Interesse. Von all den historischen Ereignissen und dem normalen Leben in der geteilten Stadt erzählt diese zehnteilige Berlin-Chronik im Nachrichtenformat aus Ost- und Westsicht – kompakt, informativ und unterhaltsam.

arte - Schuss vorn Bug – Notfall Herzinfarkt

Regie Jana Kalms, Schnitt Lucian Busse,
Dokumentation ZDF/arte 2010, 55

„Schuss vorn Bug“ ist ein sehr persönlicher, intensiver und bewegender Film, der sowohl die Dramatik des Ereignisses Herzinfarkt für das Leben jedes Einzelnen widerspiegelt, als auch die Chancen, die aus einem Neuanfang erwachsen können.

Die Dokumentation stellt Herzinfarktpatienten vor, die alle im Unfallkrankenhaus Berlin, in der Klinik für Kardiologie und Innere Medizin, gerettet wurden.
Knut Bendler erlitt zu Hause einen Herzinfarkt. Und er hatte Glück. Nur eine Stunde, nachdem seine Frau den Notarzt rief, wurde sein Leben im Unfallkrankenhaus Berlin gerettet. Der Bauingenieur versucht nun zu begreifen, was geschehen ist: „Man hat lauter angefangene Sachen auf dem Tisch. Ich habe mir einfach Sorgen gemacht, wie es da weitergeht, oder wie erkläre ich es eigentlich meinen Kollegen, wie wird es da aufgenommen? Das Nächste ist natürlich, wie meine Familie darauf reagiert.

Mit 46 ein Herzinfarkt, das ist ein Schock. Das ist ein Schuss vorn Bug. Und man denkt eigentlich, hoffentlich passiert mir das nicht wieder.“ Seitdem hat er Angst zu sterben.
Nach drei Tagen Klinikaufenthalt, wie es heute üblich ist, versuchen auch der Unternehmer Peter Brust-Parwanow, 67, die Rentnerin Ilona Mannack, 62, und die Hausfrau Kathrin Schenk, 29, das einschneidende Erlebnis Herzinfarkt zu bewältigen. Der Unternehmer will sich das Rauchen abgewöhnen, weniger arbeiten und dafür mehr Sport treiben. Gelingt es der 62-jährigen Rentnerin ihre Ernährung umzustellen und ihre hohen Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen? Für den Bauingenieur bleibt die Ursache des Infarkts bislang unklar, er vermutet psychischen Stress. Lernt er jetzt mit seinem Stress besser umzugehen?

Sie alle wurden im Unfallkrankenhaus Berlin, in der Klinik für Kardiologie und Innere Medizin gerettet. Leonhard Bruch leitet die Klinik und hat mit seinem engagierten Team in den letzen Jahren Tausende Herzen, wie er sagt, repariert. „Ich versuche die Patienten zu motivieren, ihr Leben zu ändern, wenn das nötig ist. Ich weiß aber ganz genau, dass das oft vergebliche Mühe ist. Das ist nicht die Regel, dass die Patienten tiefgreifend ihren Lebensstil verändern. Ich bin kein Richter, ich kann Vorschläge machen, kann Hilfen geben und kann meine Arbeit hier tun, ansonsten hat es jeder Mensch selbst in der Hand.“

WDR Die Story – Schön Reich – Steuern zahlen die anderen

Regie Sascha Adamek, Martin Hahn, Kim Otto Schnitt Lucian Busse Dokumentation, Karawane Film/ WDR (Die Story) 2009, 43:30 min

Klaus Barski lebt von seinem Vermögen. Das schätzt er auf fünf Millionen Euro. Sein letzter Jahressteuerbescheid aber betrug nur 2.300 Euro. Dagmar und Jürgen Drawitsch sind Arbeitnehmer und haben drei Söhne. Sie zahlen im Jahr 16.000 Euro Steuern und damit sieben mal mehr als der Millionär.   Wer zahlt schon gerne Steuern? Schon gar nicht die Schönen und Reichen. die story fragt: Warum zahlt der eine mehr als der andere? Wo ist die Gerechtigkeit in der Steuerveranschlagung?

Wir begleiten das Millionärsehepaar Barski sowie die Arbeitnehmerfamilie Drawitsch jeweils in ähnlichen Situationen: beim Autofahren, beim Sport, bei der Urlaubsplanung und fragen, wer was von der Steuer absetzen kann und warum? Auf die einzige Möglichkeit, auch Immobilienmillionäre wie Klaus Barski an den Kosten der Gesellschaft zu beteiligen, die Erhebung einer Vermögensteuer, verzichtet Deutschland seit 1996 – und ist dabei ziemlich allein unter den Industriestaaten.

Es sind aber nicht nur die Gesetze, die die Reichen begünstigen, sondern es ist auch der Personalmangel in den Finanzämtern. So zeigen die story-Autoren eine Sammlung interner Dienstanweisungen, die desolate Zustände belegen. Ein anonym aussagender Betriebsprüfer erzählt, wie er angewiesen wird, ab und zu bei der Bearbeitung der Steuerakten „die Sonnenbrille aufzusetzen“.

to be continued…